💡 Die wichtigsten Fakten zur Forschungszulage auf einen Blick.

Was bedeutet das Kriterium Schöpferisch im Sinne der Forschungszulage?

Datum: 16. Februar 2026Autor: Erich Lehmann

TL;DR – Zusammenfassung

  • „Schöpferisch“ bedeutet bei der Forschungszulage: Ihr arbeitet nicht nur routinemäßig, sondern entwickelt originäre, nicht offensichtliche Ideen, Konzepte, Methoden oder technische Lösungen.
  • In der Praxis wird „schöpferisch“ zusammen mit Neuartigkeit und Risiko/Unwägbarkeit betrachtet – nur „neu für euch“ reicht selten, wenn es bloß Standardumsetzung ist.
  • Gute Nachricht: Die Forschungszulage ist oft eine sehr starke Innovationsförderung für Unternehmen, gerade bei Software-, Produkt- und Prozessinnovation.

Warum dieser Artikel wichtig ist

Das Kriterium „schöpferisch“ ist einer der häufigsten Stolpersteine in der BSFZ-Argumentation.

BSFZ-Argumentation

Viele Vorhaben sind klar innovativ für das Unternehmen, wirken aber aus Sicht der Prüflogik wie Implementierung bekannter Lösungen. Wer „schöpferisch“ sauber beschreibt, erhöht die Chance auf eine positive Bescheinigung deutlich – und damit auf die Forschungszulage als planbare Finanzierung für Innovation.

Positive Bescheinigung & Ablauf:


Was heißt „schöpferisch“ konkret?

„Schöpferisch“ (im FuE-/Innovationssinn) heißt: Eure Arbeiten beruhen auf originären, nicht offensichtlichen Konzepten und Hypothesen – also auf eigener, kreativer Problemlösung mit technischem Erkenntnisgewinn, nicht auf Routine.

Typische Merkmale schöpferischer Arbeiten:

  • Neue Ideen/Konzepte/Methoden/Strategien entstehen (nicht nur Auswahl bekannter Best Practices).
  • Es gibt technische Unwägbarkeiten: Ob und wie es funktioniert, ist nicht sicher.
  • Es ist systematisch/planmäßig: Ziele, Arbeitspakete, Tests/Validierung sind erkennbar.
  • Ergebnis ist dokumentierbar und reproduzierbar (z. B. Messungen, Testprotokolle, Architektur-/Modell-Doku, Benchmarks).

Planmäßigkeit in der Praxis:

Wichtig: „Schöpferisch“ bedeutet nicht „künstlerisch kreativ“, sondern technisch/wissenschaftlich originär.


Abgrenzung: Schöpferisch vs. Routine (die häufigsten Missverständnisse)

Nicht automatisch schöpferisch

  • Standard-Implementierung mit bekannten Tools/Patterns
  • Parametrisierung/Customizing von Standardsoftware
  • Routine-Debugging (nach Abschluss der Entwicklungsphase)
  • Marktforschung, Marketing, Vertrieb
  • reine Projektsteuerung (Statusmeetings, Budget, Roadmap, Koordination)

Auch wenn diese Tätigkeiten „im Projekt“ anfallen, sind sie in der Regel nicht die Innovationsarbeit selbst.

Eher schöpferisch (wenn plausibel begründet)

  • Entwicklung eines neuen Algorithmus, einer neuen Heuristik, neuer Datenpipeline-Logik
  • Prototypenbau und -tests, solange das Ziel noch Verbesserungen/Erkenntnisse sind
  • Aufbau einer Pilotlinie/Versuchsanlage, solange der Hauptzweck Innovation/Validierung ist
  • Lösung eines Hard-/Softwarekonflikts durch eine neuartige System-Neukonfiguration
  • Entwicklung neuer Verschlüsselungs-/Sicherheitsverfahren (nicht nur Anwendung bekannter Standards)

Praxisbeispiele: So wirkt „schöpferisch“ in echten Innovationsprojekten

Praxisbeispiele:

Beispiel 1: KI-/Computer-Vision für Produktionslinien (Industrial AI)

Schöpferisch, wenn ihr z. B.:

  • eine neue Erkennungslogik entwickelt, die über statische Qualitätskontrollen hinausgeht,
  • mit unsicheren Randbedingungen (Licht, Perspektive, Materialvarianz) experimentiert,
  • neue Modell-/Feature-Strategien testet und mit Benchmarks belegt.

Nicht schöpferisch, wenn ihr nur:

  • ein Standardmodell „out of the box“ integriert und ein UI drumherum baut.

Beispiel 2: Software – neue Suchmaschine / neue Algorithmen

Beispielkontext (Software-FuE):

Schöpferisch, wenn ihr:

  • eine Suchmaschine auf Basis originärer Technologien konzipiert,
  • neue/effizientere Algorithmen mit messbar neuen Eigenschaften entwickelt,
  • technische Unsicherheit adressiert (z. B. Skalierung, Latenz, Ergebnisqualität).

Nicht schöpferisch, wenn ihr:

  • bestehende Suchsoftware lediglich konfiguriert oder ein Plugin schreibt.

Beispiel 3: Daten & Analytics

Schöpferisch, wenn die Datensammlung/-analyse integraler Bestandteil der Innovation ist, z. B.:

  • Entwicklung neuer Verfahren zur Datenerhebung oder Datenfusion,
  • neue Auswertungsmethoden, die Erkenntnisse für die technische Lösung liefern.

Nicht schöpferisch, wenn es nur:

  • klassische Marktanalyse mit bekannten Verfahren ist (z. B. Verkaufszahlenreporting).

Beispiel 4: Produktdesign / Design allgemein

Design ist meist kein FuE. Ausnahme: Design ist unverzichtbarer Bestandteil der Innovationsarbeit (z. B. wenn Design-Entscheidungen technisch bedingte Hypothesen/Tests auslösen).


„Schöpferisch“ richtig formulieren (BSFZ-tauglich)

Wenn ihr das Kriterium beschreiben wollt, helfen diese Bausteine:

  • Ausgangsproblem (technisch): Was war technisch unklar oder nicht gelöst?
  • Nicht-Offensichtlichkeit: Warum war der Weg nicht einfach „Standardlösung X“?
  • Hypothesen & Varianten: Welche Ansätze habt ihr geprüft, verworfen, verbessert?
  • Experimente/Validierung: Welche Tests/Prototypen/Benchmarks habt ihr gemacht?
  • Ergebnisartefakte: Welche reproduzierbaren Outputs gibt es (Code, Messreihen, Testreports, Spezifikationen)?

Merksatz: Schöpferisch = eigene, nicht triviale technische Problemlösung + systematische Validierung.


Warum die Forschungszulage dafür eine gute Option ist

Die Forschungszulage ist in vielen Innovationsvorhaben attraktiv, weil sie technologieoffen ist und nicht nur „Laborforschung“ abdeckt, sondern häufig produkt- und software-nahe Innovation – entscheidend ist der Nachweis von Neuartigkeit, Risiko/Unwägbarkeit und Planmäßigkeit.

Technologieoffen erklärt: Welche steuerliche Förderung gibt es für Innovation in Unternehmen? Wenn ihr das sauber darstellt, kann die Forschungszulage ein starker, wiederholbarer Finanzierungsbaustein für eure Innovationsroadmap sein.

Finanzierungslogik: Berechnung Interne Orientierung & Unterstützung findet ihr hier: dieforschungszulage.de.

Offizielle Stellen (für Einordnung & Prozess):


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