💡 Die wichtigsten Fakten zur Forschungszulage auf einen Blick.

Forschungszulage für MedTech & HealthTech Unternehmen

Datum: 23. Februar 2026Autor: Erich Lehmann

TL;DR – Zusammenfassung

Wenn du in MedTech oder HealthTech Innovation wirklich baust (z. B. KI, Software, Medizinprodukte, Diagnostik, Datenplattformen), kannst du über die steuerliche Forschungszulage einen großen Teil deiner Kosten refinanzieren – planbar, jährlich und ohne klassische „Pitch"-Logik. Seit 28.03.2024 sind KMU mit 35 % deutlich besser gestellt, und seit 01.01.2026 steigt die Bemessungsgrundlage auf 12 Mio. € (bis zu 4,2 Mio. € Zulage p. a. für KMU). Praxisbeispiel: voize sicherte 314.825 € für KI-gestützte Pflegedokumentation.

Begriffe & Kontext: Neuerungen 2024 & 2026 · Berechnung · Case Study voize

Ich sehe es in MedTech- und HealthTech-Projekten immer wieder: Die wirklich teuren Phasen kommen nicht erst beim Roll-out, sondern davor – in Prototypen, Iterationen, Tests, Validierung, Schnittstellenarbeit und dem Umgang mit technischen Unsicherheiten. Genau hier setzt die steuerliche Forschungszulage an: Sie belohnt planmäßige Entwicklung und macht Innovationsvorhaben finanziell planbarer.

In diesem Artikel zeige ich dir, welche MedTech/HealthTech-Vorhaben typischerweise förderfähig sind, welche Fallstricke in der Praxis häufig auftauchen – und wie du die Forschungszulage als Cashflow-Hebel nutzt. Als konkretes Beispiel verweise ich auf unsere Case Study zur KI-gestützten Pflegedokumentation von voize (gesicherte Förderung: 314.825 €): Case Study voize auf dieforschungszulage.de


1) Was ist die Forschungszulage – und warum ist sie für MedTech/HealthTech so relevant?

Die Forschungszulage ist eine steuerliche Förderung für Innovationsvorhaben (im Gesetzeskontext: FuE). Im Unterschied zu klassischen Zuschussprogrammen ist sie oft der planbarste und dauerhaft nutzbare Hebel – besonders für Teams, die kontinuierlich entwickeln (Software, Algorithmen, Medizinprodukte, Diagnostik, Datenplattformen etc.).

Gerade in MedTech & HealthTech kommt oft genau das zusammen, was die Logik der Forschungszulage begünstigt:

  • Technische Unsicherheit (funktioniert die Methode zuverlässig in der Praxis / in realen Daten / in klinischen Workflows?)
  • Hohe Integrationskomplexität (KIS/PVS, Geräte, Schnittstellen, Standards, Datenqualität)
  • Validierung und Qualitätssicherung (Stabilität, Robustheit, Performance, Fehlerraten, Safety)
  • Iterative Produktentwicklung statt „einmal bauen, fertig"

Wenn du das sauber strukturiert und dokumentiert bekommst, kann die Forschungszulage Innovation spürbar entlasten – ohne dass du dein Vorhaben in ein kurzfristiges Förderfenster pressen musst.


2) Wie hoch ist die Förderung? (Zahlen, mit denen du rechnen kannst)

Die Forschungszulage orientiert sich an den förderfähigen Aufwendungen (insbesondere Personalkosten, aber nicht nur).

Fördersätze (seit 28. März 2024)

  • KMU: 35 %
  • Großunternehmen: 25 %

Bemessungsgrundlage & Maximalwerte

Wichtig: Stichtage zählen – die häufigsten Denkfehler entstehen genau hier.

  • Seit 28. März 2024: max. 10 Mio. € Bemessungsgrundlage pro Jahr → rechnerisch max. 3,5 Mio. € Forschungszulage p. a. (KMU) bzw. 2,5 Mio. € (Großunternehmen)
  • Ab 1. Januar 2026: max. 12 Mio. € Bemessungsgrundlage pro Jahr (für Aufwendungen ab diesem Datum) → rechnerisch max. 4,2 Mio. € Forschungszulage p. a. (KMU) bzw. 3,0 Mio. € (Großunternehmen)

Wichtig aus der Praxis: Es geht nicht um „das Projektjahr", sondern um Zeitpunkte, wann Aufwendungen anfallen – und teils auch darum, wann das Vorhaben beginnt. An diesen Stichtagen entstehen die häufigsten Denkfehler (und unnötig verschenkte Förderung).

Wenn du die Logik schnell auf dein Vorhaben übertragen willst: Schnellcheck/Rechner auf dieforschungszulage.de


3) Welche Kosten sind förderfähig – und was wird häufig übersehen?

In geeigneten Innovationsvorhaben können u. a. diese Kostenarten relevant sein:

  • Personalkosten: Bruttogehälter inkl. Arbeitgeberanteile (für Mitarbeitende, die im Vorhaben arbeiten)
  • Auftragsforschung: zu 70 % ansetzbar (seit 28.03.2024) – relevant bei externen Entwicklungsdienstleistern, Speziallabors, KI-Entwicklungspartnern
  • Abschreibungen: seit 28.03.2024 unter Voraussetzungen förderfähig (z. B. für F&E-relevante, bewegliche, abnutzbare Wirtschaftsgüter, wenn die Bedingungen im Einzelfall erfüllt sind)
  • Ab 2026: zusätzlich 20 % Gemeinkostenpauschale – aber nur, wenn das Vorhaben nach dem 31.12.2025 beginnt (starker Hebel, aber nicht automatisch für laufende Projekte)

Gerade bei software-lastigen HealthTech-Innovationen wird oft zu wenig auf eine saubere, prüffähige Zuordnung geachtet: Wer arbeitet wie viele Stunden an welchem Arbeitspaket – und warum ist es technisch unsicher und methodisch geplant?


4) Welche MedTech- und HealthTech-Projekte sind typischerweise förderfähig?

In MedTech & HealthTech sind häufig förderfähig (wenn der Innovationskern sauber begründet ist):

MedTech (klassisch/Hardware-nah)

  • Entwicklung neuer Implantate
  • Entwicklung neuer Materialien / Oberflächenstrukturen
  • Entwicklung miniaturisierter Sensoren
  • Neue Herstellungs- oder Prüfprozesse mit technischer Unsicherheit

HealthTech / digitale Medizin / Software / Daten

  • KI-gestützte Diagnostik (z. B. Bilddatenanalyse, Signalanalyse)
  • Telemedizin-Plattformen und neue Versorgungsworkflows (wenn technisch innovativ, nicht nur „Implementierung")
  • Digitale Therapiebegleitung und patientenzentrierte Systeme
  • Patientenmanagement-Software mit innovativem Kern (z. B. neue Entscheidungslogik, datengetriebene Modelle, Interoperabilitätslösungen)
  • Algorithmenentwicklung für medizinische Daten (inkl. Robustheit, Bias-Reduktion, Datenaufbereitung als Teil technischer Unsicherheit)
  • Systemintegration, wenn sie technische Risiken adressiert (z. B. stabile Schnittstellen mit nachweisbarer Unsicherheit/Neuartigkeit)

Entscheidend ist nie das Label („KI", „MedTech", „Digital"), sondern die Frage: Welche technische Unsicherheit löst du planmäßig – und wie machst du das nachweisbar?


5) Was ist oft nicht förderfähig? (Wichtige Abgrenzungen in regulierten Umfeldern)

MedTech/HealthTech ist reguliert – und genau deshalb ist die Abgrenzung zwischen „Innovation" und „Regulatorik/Administration" entscheidend.

Typisch nicht bescheinigungsfähig sind (je nach Kontext und Phase):

  • rein routinemäßige medizinische Versorgung (Anwendung von Fachwissen ohne Innovations-/Entwicklungsanteil)
  • regulatorische/administrative Tätigkeiten im Rahmen von Zulassung/Eintragung
  • bestimmte klinische Studien-/Bewertungsphasen, wenn sie primär der Zulassungsdokumentation dienen
  • Beratungstätigkeiten ohne Innovationskern

Das heißt nicht, dass dein Projekt „raus" ist. Aber: Der Antrag muss den innovativen Anteil sauber abgrenzen und technisch begründen.


6) Praxisbeispiel: voize – 314.825 € Forschungszulage für KI-gestützte Pflegedokumentation

Ein besonders greifbares Beispiel aus dem HealthTech-Umfeld ist unsere Case Study zur KI-gestützten Pflegedokumentation von voize: Für das Vorhaben wurden 314.825 € Fördermittel gesichert. Zur voize Case Study

Warum ist das so typisch für förderfähige Software-Innovation?

  • Dokumentation ist in der Pflege ein realer Zeit- und Qualitätshebel
  • Die Lösung ist nicht „nur Diktat", sondern erfordert strukturierte Verarbeitung, Integration in bestehende Systeme und Validierung im Alltag
  • Der Aufwand steckt in Iterationen, Stabilisierung, Tests, Qualitätssicherung und Schnittstellenarbeit – also genau in den Mustern, die die Forschungszulage adressiert

Wenn du selbst an KI- oder Prozesssoftware im Gesundheitswesen arbeitest: Solche Vorhaben sind oft förderfähig – wenn der Innovationskern technisch sauber beschrieben und dokumentiert ist.


7) So nutzt du die Forschungszulage strategisch in MedTech/HealthTech-Projekten

In der Praxis funktionieren Anträge besonders gut, wenn du drei Dinge konsequent tust:

  1. Projekt sauber abgrenzen Was ist wirklich Innovation/Entwicklung (technische Unsicherheit, methodisches Vorgehen) – und was ist Produktpflege, Implementierung oder Regulatorik?

  2. Technische Unsicherheit konkret beschreiben Nicht „wir bauen KI", sondern z. B.: Welche Datenprobleme, Performancegrenzen, Robustheitsfragen, Integrationsrisiken werden gelöst?

  3. Dokumentation von Anfang an „förderfähig" denken Arbeitspakete, Ziele, Ansätze, Tests, Ergebnisse, Iterationen – nachvollziehbar und prüfbar.

Den Prozess im Überblick findest du hier: Antragstellung auf dieforschungszulage.de


8) Warum dieser Artikel wichtig ist (und was du mitnehmen solltest)

In der Praxis scheitert die maximale Förderung selten am Innovationsgrad – sondern an Stichtagen, Obergrenzen und einer unsauber dokumentierten Abgrenzung. Wenn du die Spielregeln (28.03.2024 vs. 01.01.2026) korrekt anwendest und Innovation methodisch darstellst, wird die Forschungszulage vom „Bürokratie-Thema" zu einem echten Cashflow-Instrument.

Offizielle Einstiegsstelle (wichtig für die Orientierung): Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ)


9) Fazit: Forschungszulage ist der planbare Innovationshebel für MedTech & HealthTech

Wenn du in MedTech oder HealthTech entwickelst – ob Medizinprodukt, Algorithmus, Datenplattform, KI-Anwendung oder digitale Versorgungslösung – lohnt sich ein strukturierter Blick auf die Forschungszulage fast immer.

Wenn du möchtest, prüfen wir das gemeinsam in einem kostenfreien Fördercheck – und sagen dir klar, welche Regeln bei dir greifen (28.03.2024 vs. 01.01.2026) und wie du dein Vorhaben optimal zur Forschungszulage ausrichtest. Kostenfreier Fördercheck auf dieforschungszulage.de


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Gerne besprechen wir Deinen konkreten Fall in einer kostenlosen Erstberatung. Wir finden in wenigen Minuten heraus, wie viel Förderung Du für Dein Unternehmen erhalten kannst.

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