💡 Die wichtigsten Fakten zur Forschungszulage auf einen Blick.

Was bedeutet das Kriterium Planmäßig im Sinne der Forschungszulage?

Datum: 19. Februar 2026Autor: Erich Lehmann

TL;DR – Zusammenfassung

Planmäßig bedeutet im BSFZ-Sinne: Ihr Innovationsvorhaben ist kein „Try & Error ohne Struktur“, sondern folgt klar definierten technischen Aufgaben, Zielen und einem nachvollziehbaren Projektplan (z. B. Arbeitspakete, Zeitplan, Ressourcen/Team, Meilensteine und erwartete Zwischen-Ergebnisse). Genau diese Nachvollziehbarkeit ist oft der Schlüssel, damit ein Vorhaben als förderfähig bescheinigt werden kann.

Begriffe & Kontext: BSFZ · Personenmonat · Voraussetzungen


Warum dieses Kriterium wichtig ist

Viele Unternehmen scheitern nicht an der Idee, sondern an der Darstellung: Die Forschungszulage fördert vor allem Innovation in Unternehmen – aber nur, wenn sie als systematisches, zielgerichtetes Vorhaben erkennbar ist. „Planmäßig“ ist deshalb entscheidend, weil die BSFZ daran prüft, ob es sich um ein echtes Innovationsprojekt mit technischer Substanz handelt – und nicht um Routine, Support oder reines Tagesgeschäft.


Definition: Was heißt „planmäßig“ konkret?

Laut BSFZ erfordert Planmäßigkeit, dass die Arbeiten genau definierte Aufgaben wissenschaftlicher oder technischer Art mit klar festgelegten Zielen enthalten. Die Planung wird typischerweise nachgewiesen durch:

  • Zeit- oder Arbeitsplan (Roadmap, Sprint-/Release-Plan, Projektphasen)
  • Ressourcen- und Personalplanung (wer macht was, mit welchem Stunden-/Budgetrahmen)
  • Arbeitspakete (APs) und ggf. Meilensteine
  • Darstellung von Verfahrensschritten und den erwarteten (Zwischen-)Ergebnissen
  • Dokumentation der Vorgehensweise und Ergebnisse (damit das Vorgehen nachvollziehbar bleibt)

Ressourcen- & Personalplanung (Kontext):

Wichtig: Planmäßig heißt nicht „starr“. Auch agile Projekte können planmäßig sein – solange Ziele, Hypothesen, Iterationen und Ergebnisse sauber beschrieben sind.


Was „planmäßig“ nicht ist (typische Missverständnisse)

Nicht planmäßig (oder jedenfalls schwer zu begründen) sind z. B.:

  • „Wir probieren mal ein paar Tools aus und schauen, was klappt.“
  • Reiner Produktionsanlauf, reine Routine-Optimierung ohne technologische Ungewissheit
  • Routinemäßiges Debugging oder Support an bestehenden Systemen (ohne technische Neuerung)
  • Reine Marktanalyse oder Datenauswertung mit Standardmethoden

Debugging-Context:


Praxisbeispiele: So wirkt „planmäßig“ in echten Innovationsvorhaben

Praxisbeispiele:

Beispiel 1: KI-/Kamera-Echtzeitanalyse in der Produktion (Industrial AI)

Planmäßig, wenn ihr z. B. definiert:

  • Ziel: Erkennung von Taktproblemen/Überlastung/Prozessabweichungen in Echtzeit unter Produktionsbedingungen
  • Arbeitspakete: Datenerhebung & Labeling (nur soweit für das Innovationsziel nötig), Modellansatz, Edge-Deployment, Validierung gegen definierte KPIs
  • Meilensteine: Prototyp läuft in Testumgebung → Pilot an Linie → Robustheit/Latency-Ziel erreicht oder falsifiziert

So wird sichtbar: Es ist ein budgetierter, strukturierter Innovationsprozess – nicht nur „ein Modell trainieren“.

Beispiel 2: Neue Suchtechnologie / neue Algorithmen in Software

Software kann förderfähig sein, wenn sie einen technischen Fortschritt adressiert. Planmäßig bedeutet hier:

  • klare technische Fragestellung (z. B. neuartige Ranking-/Retrieval-Logik, neue Architektur, neue Verschlüsselungs-/ Sicherheitsmethode)
  • definierte Experimente (Vergleichsdesign, Benchmarks, Testdaten, Abbruchkriterien)
  • Dokumentation der Ergebnisse (warum Ansatz A verworfen wurde, warum B weiterverfolgt wird)

Beispiel 3: Prompting-Techniken für konsistente Bildstile (Creative Tech)

Auch hier zählt Planmäßigkeit, wenn ihr es wie ein Innovationsprojekt aufsetzt:

  • Hypothesen (welche Prompt-Strukturen erhöhen Style-Kohärenz?)
  • Versuchsmatrix (Parameter, Templates, Bewertungskriterien)
  • reproduzierbare Templates/Library als Ergebnis

Dann ist es systematisch und nachvollziehbar statt „wir prompten ein bisschen herum“.


Mini-Checkliste: So formulierst du „Planmäßigkeit“ im Antrag

Antragstellung:

Wenn du in 10 Minuten prüfen willst, ob dein Vorhaben „planmäßig“ wirkt, beantworte:

  1. Zielbild: Was ist das technische Ziel (nicht nur Business-Ziel)?
  2. Technische Aufgaben: Welche konkreten Teilprobleme müssen gelöst werden?
  3. Vorgehensmodell: Welche Schritte/Phasen sind geplant (auch agil möglich)?
  4. Ressourcen: Wer arbeitet daran (Rollen) und in welchem Zeitraum?
  5. Meilensteine: Welche überprüfbaren Zwischenstände sind geplant?
  6. Ergebnisse: Welche Artefakte entstehen (Prototyp, Tests, Spezifikation, Dokumentation)?

Warum die Forschungszulage für Innovation so attraktiv ist

Die Forschungszulage ist eine der stärksten, technologieoffenen Innovationsförderungen in Deutschland – gerade weil sie nicht an Förderaufrufe gebunden ist und auch dann funktioniert, wenn ein Projekt scheitert (Ungewissheit ist ausdrücklich Teil der Logik).

Weiterlesen:

Wenn du es schnell und sauber umsetzen willst: dieforschungszulage.de unterstützt Unternehmen dabei, Innovationsprojekte BSFZ-konform zu strukturieren und die Forschungszulage effizient zu beantragen. Mehr Infos findest du direkt auf dieforschungszulage.de.


Offizielle Einordnung & Prozess (kurz)

  • Schritt 1: BSFZ prüft, ob das Vorhaben die Kriterien erfüllt (u. a. Neuartigkeit, Risiko/Unwägbarkeit, Planmäßigkeit).
  • Schritt 2: Antrag beim Finanzamt über ELSTER (mit BSFZ-Bescheinigung).

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